Vor einem Jahr sorgte Gottfried Ludewig kurz einmal für Schlagzeilen, als er über doppeltes Stimmrecht für die Leistungsträger unserer Gesellschaft nachdachte. Das Problem dieser Idee ist natürlich, dass sie den Gedanken des allgemeinen und gleichen Wahlrechts krass verletzt. Im Kern finde ich es allerdings gar nicht so abwegig, einmal über die Problematik nachzudenken — Nachdenken kann ja nicht schaden.

Es sollte allseits bekannt sein, dass Deutschland eine demographische Veränderung durchläuft: wir altern. Dabei steht außer Zweifel, dass diese Entwicklung die Fundamente unseres Sozialstaates stark belastet. Dabei muss man nicht gleich unser System der sozialen Marktwirtschaft in Frage stellen, man sollte es nur an die Gegebenheiten anpassen. Das klingt irgendwie logisch, denn bei immer weniger Leistungsträgern (jungen Leuten) und immer mehr Leistungsnehmern darf Solidarität keine Einbahnstraße sein.

Die Realität sieht leider anders aus.

Nehmen wir da zum Beispiel die Rentenversicherung. Sie beruht auf dem gesellschaftlichen Konsens, den wir “Generationenvertrag” nennen. Meines Erachtens wurde dieser seit mehreren Jahrzehnten schleichend verletzt. Denn der Konsens beruhte darauf, dass die “Leute sowieso Kinder kriegen” (Adenauer). Haben sie aber nicht und sie tun’s auch weiterhin nicht. Darüber muss man jetzt nicht groß lamentieren, es ist nunmal so. Doch eines sollte klar sein: Wenn die Voraussetzungen des Generationenvertrages heutzutage nur noch bedingt erfüllt sind, sollte es doch klar sein, dass auch seine Umsetzung nur noch bedingt erfolgen kann. Umso unverständlicher ist deswegen zum Beispiel die Rentengarantie, die kürzlich von der großen Koalition beschlossen wurde. Sie besagt, dass die Renten nicht gekürzt werden dürfen, selbst wenn die Löhne der arbeitenden Bevölkerung sinken. Natürlich steigen die Renten, wenn die Löhne wieder ansteigen. Soweit zur solidarischen Einbahnstraße, die mit der schleichenden Verletzung des Generationenvertrages Einzug erhalten hat.

Es gibt noch weitere solidarische Einbahnstraßen in unserer Gesellschaft (Stichwort Staatsverschuldung) und es stellt sich die Frage, wie sich diese korrigieren lassen. Das entscheidende Problem scheint mir dabei zu sein, dass die Leistungsträger ein demokratisches Handicap besitzen. Ihre Zahl wird immer geringer gegenüber den Leistungsnehmern, was sich langfristig nur negativ auf ihren Einfluss in die Politik auswirken kann. Zukünftige Leistungsträger, Kinder und Jugendliche also, sind sogar völlig ohne Mittel, denn ihnen fehlt das Stimmrecht, um politischen Einfluss zu nehmen. Ihre Eltern stehen dabei auch nicht besser da, denn sie haben auf materielle Werte verzichtet, um die künftige Generation großzuziehen, stehen jedoch nicht besser da. Unter diesen Umständen scheint es mir nicht verwunderlich, wenn die Politik als jugendverdrossen bezeichnet wird.

Mein Vorschlag zur Auflösung des demokratischen Handicaps berührt in der Tat das Wahlrecht. Aber anstatt wie Ludewig die Renter und Arbeitslose zu diskriminieren, sollte man lieber Kinder und Jugendliche mit den Erwachsenen gleichstellen. Jeder deutsche Bürger, gleich welchen Alters, kriegt dann genau eine Stimme. Bis zum Erreichen der Volljährigkeit wird diese Stimme formal von den Erziehungsberechtigten ausgeübt (wer seine Kinder früher frei entscheiden lassen will, kann dies natürlich immer tun). Damit wäre der Proporz der Gesellschaft auch in Wahlen erhalten und die Leistungsträger von morgen wären genauso repräsentiert wie die von gestern.

I don’t really remember when they switched it on, but for a few days now I’ve been noticing Twitter has been tracking what links you click on. When you log onto twitter and click on a link somebody has posted in a tweet, instead of being taken to the location right away, it first takes you to Twitter’s link counter.

For instance, take this tweet by Stephen Fry:

stephenfry Autumnal miniblog http://bit.ly/3KBonC

When clicking on the link, you will first be taken to this location:

http://twitter.com/link_click_count?url=http%3A%2F%2Fbit.ly%2F3KBonC
&linkType=web&tweetId=3860514781&userId=15659603
&authenticity_token=dd850f0d1631afa8f8b8a22d9b070366a2bc7373

As you can see, this URL contains a number to identify the tweet that the URL appeared in as well as an ID to identify you as a user. In other words, they might not only count how often a link has been clicked but also who clicks on what.

What I find fascinating (in a bad way) about this is that firstly they never announced this new “feature” and secondly that they’re being secret about it. Because at first sight, the links in tweets seem immaculate. They actually inject this behaviour using JavaScript, so that when you click on a link you’re taken to http://twitter.com/link_click_count first. The code in question is loaded from http://a1.twimg.com/a/1252448032/javascripts/twitter.js. It’s all cramped into the last line, I’ve cleaned it up here for your convenience:

twttr.countClick = function(){
    var A = twttr.createTrackingParameters(this);
    if (A.linkType=="hashtag") {
        twttr.ajaxClickCount(A)}
    else {
        twttr.redirectToTracker(this,A)
    }
    setTimeout(twttr.resetLink,100,this);
    return true};

twttr.resetLink = function(B){
    var A = $(B).attr("original-href");
    if (A) {
        B.href=A
    }
};

twttr.ajaxClickCount = function(A){
    jQuery.get("/link_click_count",A)
};

twttr.redirectToTracker = function(A,B){
    $(A).attr("original-href",A.href);
    A.href = "/link_click_count?"+$.param(B)
};

twttr.createTrackingParameters=function(F){
    var B=$(F);
    var A=function(){
        var K=B.attr("class");
        var I=["hashtag","profile-pic","username","web"];
        for(var J in I){if(K.indexOf(I[J])!==-1){return I[J]}}
    }();
    var E=B.closest(".status").find(".meta").children("a").get(0).href.split("/");
    var G=E[E.length-1];
    var H=$('meta[name="session-userid"]');
    var D=H.attr("content")||-1;
    var C=twttr.form_authenticity_token||$('input[name="authenticity_token"]').attr("value");
    return{url:F.href,linkType:A,tweetId:G,userId:D,authenticity_token:C}
};

$(document).ready(function(){
    var A=$("#content a.tweet-url");
    A.live("click",twttr.countClick)}
);

If you’re JavaScript-literate, you’ll see that the last block activates the behaviour by having the functions above called whenever a link in a tweet is clicked.

I’m pretty sure I don’t like my link clicking behaviour logged. Fortunately you can stop it by switching off JavaScript. Or not using the Twitter web interface. Or using a free Open Source alternative such as Identi.ca.

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